| TransArt Künstleraustausch - Einleitung |
„TransArt - Künstlerischer Dialog" (arab. hiwar fanni) ist der Titel eines dreijährigen Kooperationsprojektes zwischen der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB), der Helwan Universität in Kairo, der Universität von Damaskus und der Libanesischen Universität von Tripolis. Von der Idee geleitet, über die Kunst eine gemeinsame Sprache für den Dialog zwischen Europa und der Arabischen Welt zu finden, basiert das Projekt auf einem Austauschprogramm für Kunststudenten, die in gemeinsamen Workshops Einblicke in das Leben und Denken des anderen erlangen sollen.
Das Programm begann mit einem Austausch Leipziger und Kairoer Studenten im Sommer und Herbst 2006. Beide Gruppen verbrachten zwei Wochen an der jeweiligen Partneruniversität. Zusätzlich reiste je eine Langzeitstipendiatin für fünf Monate nach Leipzig bzw. Kairo. Das zentrale Anliegen der gemeinsamen Workshops war es, den Studierenden Wissen über das Kunstverständnis und die Wahrnehmung des anderen zu vermitteln und ihnen gleichzeitig Impulse zu geben, die eigene Position selbstkritisch zu hinterfragen. Ein weiteres Anliegen bestand darin, die fachlichen Kompetenzen der Studierend zu erweitern.

- Porträtzeichnungen
Die deutschen Teilnehmenden erhielten eine Einführung in arabische Kalligraphie, während für die ägyptischen Studierenden ein Workshop für Fotografie angeboten wurde. Ein umfassendes Kulturprogramm ermöglichte es zusätzlich Eindrücke aus dem Leben einer fremden Stadt zu sammeln. Die Wahrnehmungen der Studierenden schlugen sich in zahlreichen Zeichnungen und Fotos, Erfahrungsberichten und in einer Videodokumentation nieder.
Als „Botschafterinnen des Dialogs" zwischen Kairo und Leipzig wurden die beiden Kunststudentinnen Mirette Bakir und Franziska Junge ausgewählt. Beide studierten und arbeiteten für je fünf Monate an der jeweiligen Partneruniversität in Ägypten und Deutschland. Beide verarbeiteten ihre Erfahrungen in Bild und Text.

- Porträtzeichnungen
Künstlerischer Dialog - warum? Gemäß dem Grundverständnis, dass interkultureller Dialog nicht zwischen Kulturen, sondern zwischen Individuen stattfindet, lenkt der vorliegende Beitrag über das Leipziger und Kairoer TransArt Projekt den Blick auf die individuellen Eindrücke der jungen Künstler. Ihre Blicke auf Kairo und Leipzig, die Konfrontation mit einer fremden Lebenswelt, fördern gleichermaßen Differenzen und gemeinsame Bezugspunkte zu Tage, die erst ein Verstehen des anderen und eine Reflexion der eigenen Perspektive ermöglichen.
Verstehen und Selbstreflexion bilden wiederum die Grundlage für Verständigung und gegenseitige Anerkennung. Auf künstlerischer Ebene erfordert der Dialog zwischen Europa und der Arabischen Welt ein gewisses Grundwissen über die unterschiedlichen Einflüsse, aus denen heraus sich die jeweilige Kunsttradition entwickelte. Mit Blick auf die zeitgenössische Kunst Ägyptens sind sowohl die Einflüsse der europäischen Moderne, als auch die Einflüsse islamischer Konzepte von Bedeutung.
Pierre Hecker, Georg-Eckert-Institut
Weitere Informationen zu hiwar fanni - TransArt finden sich auf folgenden Websites:

