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Lehrerfortbildung

Fortbildung an der pädagogischen Hochschule Wien am 12.01.09

Die Veranstaltung in Wien fand diesmal in Kooperation mit der PH Wien und dem Fachdidaktischen Zentrum der Universität Wien unter dem Titel „Gelungene oder misslungene Integration - die Schule als Integrationsfeld für muslimische Schüler" statt. Kooperationspartner waren Frau Silvia Jindra und Prof. Dr. Alois Ecker.

Zur Veranstaltung erschienen 15 Lehrerinnen und Lehrer aus unterschiedlichen Schulen und Schulfächern. Die wesentliche Gemeinsamkeit zwischen allen Lehrern war, dass sie Klassen mit einem großen Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund unterrichten.

Am Vormittag fand eine vertiefte Diskussion über Migration statt. Der erste Referent, Mouez Khalfaoui, referierte zum Thema „Die Integration ist gescheitert". Nachdem die Teilnehmer drei Video-Ausschnitte geschaut hatten,
- Wiener Schüler; erstes Video
- Problem; zweites Video
- case study; drittes Video

schilderte er die Gründe des Stillstands der Integration: „Ausländer ziehen sich vehement aus der einheimischen Gesellschaften zurück, besuchen nur ihre eigenen Kaffeehäuser und Veranstaltungen und schauen nur ihre eigenen Fernsehsender. Sie interessieren sich mehr für die Politik ihrer Heimatländer als für die der Einwanderergesellschaft". Dadurch ist die Beherrschung der deutschen Sprache zurück gegangen. Für diese Situation nannte der Vortragende drei Gründe: a) Die Arbeiterparteien und die Gewerkschaften, die als Integrationsmaschinen fungiert haben, haben ihren Einfluss auf die Einwanderer verloren. b) Die Einwanderungsländer haben an Integrationskraft verloren. c) Die Identitätsfrage ist in der Zeit der Globalisierung sehr wichtig geworden./ Zunahme des partikularistischen ethnischen bzw. religiösen Selbstbewusstseins.

Im zweiten Teil seiner Präsentation fokussierte der Referent auf die Schule. Er stellte Fragen zur Diskussion (Wie würde man diese Schüler am besten nennen: ausländische Schüler, Kopftuchmädchen, muslimische Schüler oder Schüler nicht deutscher Herkunftssprache?). Von diesem Punkt an ging es in dem Vortrag darum, die Schule als Integrationsfeld zu debattieren und Alternativen für eine bessere Integration zu suchen.

Foto: M. Khalfaoui

Mouez Khalfaoui ging davon aus, dass „Experten, Politiker und Immigranten sich darüber einig sind, dass die Schule einen Beitrag zu der Überwindung der Gräben zwischen der einheimischen und den ausländischen Kulturen leisten muss; dass die Schule das einzige Feld ist auf dem Eltern und Schüler mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen viel mit einander zu tun haben."

Der zweite Referent, Prof. Dr. Alois Ecker vom Fachdidaktischen Zentrum der Universität Wien sprach in seinem Vortrag „Zur psychologischen Situation ausländischer Schüler/innen" aus psychoanalytischer Sicht und baut seine Argumentation auf den Thesen der Psychoanalytikerin Margaret Mahler zur „psychischen Geburt des Menschen" auf. Bei dieser Theorie unterscheidet man schon sehr früh bei den Kindern zwischen einer gelungenen und einer störungsanfälligen Mutterbeziehung. Beruhend auf Mahlers Thesen, geht Alois Ecker davon aus, dass „diese frühen psychischen Strukturen Grundlage für Exotismus bzw. Xenophobie sind; diese psychischen Strukturen sind sowohl bei In- als auch bei Ausländern vorhanden" und stellt fest diese werden sozial und kulturell unterschiedlichen ausgelebt. Dies führte den Referenten zu der Frage, wie das Bild der Anderen bei den Schülern gestaltet wird? Er stellte fest, dass es sich oft um ein ambivalentes Verhältnis handele.

Am Nachmittag fand die Gruppenarbeit statt. Die Gruppen haben die Texte und Arbeitsblätter der Unterrichtseinheit „Deutsch-türkischer Hip-Hop" diskutiert. Dabei entstand eine lebhafte Diskussion zum Thema, wie und wie weit Musik und Sport als Integrations-Generator fungieren können?