Schleiermoden

Die religiöse Bedeutung des Schleiers liegt in der Verhüllung des weiblichen Körpers. Wie aber muss der Schleier aussehen, um den religiösen Erfordernissen zu entsprechen? Die religiösen Quellen sind hinsichtlich Form, Farbe, Material und der Frage, welche Körperteile tatsächlich bedeckt werden müssen, uneinheitlich. Es existieren unterschiedliche Interpretationen darüber, wie der Schleier der Frau auszusehen hat.

Grundsätzlich wird zwischen Gesichts-, Kopf- und Körperschleier unterschieden, wobei auch hier die Frage bleibt, welche Teile des Gesichts, des Kopfes oder des Körpers gemäß der religiösen Quellen zu bedecken sind. Dies kann neben Gesicht, Hals, Haaren und Ohren auch Hände, Füße und Augen beinhalten. Innerhalb der islamischen Welt existiert eine Vielzahl unterschiedlicher Verschleierungspraktiken, die sich an regionalen Traditionen, an aktuellen Modeerscheinungen oder aber auch an politischen Zwängen orientieren. Auch die Bezeichnungen für den Schleier variieren nach Region und Tradtion. Für den Ganzkörperschleier existieren bespielsweise die Begriffe Burka (Afghanistan), Carsaf (Türkei), Tschador (Iran), Abaya (Saudi Arabien), Haik (Marokko) oder Dschilbab (Ägypten).

Young Cairo Design Students. Fotos: Sandra Schubert

Für die moderne muslimische Frau spielen neben religiösen Gesichtspunkten bei der Wahl des Schleiers vor allem ästhetische Gesichtspunkte eine wichtige Rolle. Auch der Schleier soll seiner Trägerin Attraktivität verleihen und dabei ihren individuellen Bedürfnissen und geschmacklichen Vorlieben Rechnunge tragen. Das Modebewusstsein junger Frauen prägt heute die Erscheinungsformen des Schleiers vielerorts mehr als die Interpretationen islamischer Theologen.

Moderne Formen des Schleiers sind in der Photoreihe „Young Cairo Design Students“ der Leipziger Künstlerin Sandra Schubert zu sehen. Im Unterschied dazu zeigt die folgende Slideshow verschiedene traditionelle Formen des Schleiers in unterschiedlichen Teilen der islamischen Welt.