Aktienhandel nach islamischen Regeln

Der Dow Jones Islamic Index (DJII) ist ähnlich wie der Deutsche Aktienindex (DAX), oder der NASDAQ in New York, eine Art Bundesliga für Unternehmen. Sie listen wichtige Wirtschaftsunternehmen, die ständig beobachtet werden, ob sie ausreichend Gewinne machen und für Anleger und Aktienfonds besonders interessant sind. Im Dow Jones Islamic Index werden die hier geführten Unternehmen allerdings nicht nur auf ihre rein wirtschaftliche Leistung hin beobachtet, sondern auch auf die Übereinstimmung ihrer Arbeit mit islamischen Regeln. Die Beobachtung übernimmt ähnlich wie bei dem im Deutschland erhältlichen „UBS Islamic Fonds", eine Gruppe von islamischen Rechtsgelehrten:

Die Gelehrten des DJII haben eine sogenannte Negativliste mit Kriterien aufgestellt. Treffen die Kriterien bei bestimmten Unternehmen zu, können sie nicht im DJII geführt werden.

Quellmaterial: "NegativlisteDJII"
            
Aber auch hier werden keine Unternehmen mit Namen genannt, die für islamische Aktienfonds empfohlen werden. Erst der Blick auf einen Fond, der sich ebenfalls auf den DJII beruft, gibt hierzu genaue Auskunft: Der Dow Jones Islamic Sukuk, ein Aktienfonds, der in den USA erhältlich ist.

Hier werden die Aktien von über 200 Unternehmen geführt und überraschenderweise treffen wir hier Unternehmen wie Dell und Coca Cola, die auf den ersten Blick nichts mit islamischen Regeln zu tun haben. Ob jedes dieser Unternehmen tatsächlich in Übereinstimmung mit islamischen Regeln arbeitet, ist für den einzelnen Kunden sicherlich schwer nachzuvollziehen. Der Kunde muss also den Gelehrten vertrauen. Allerdings, so muss man hinzufügen, ist die Liste der Unternehmen ständig in Bewegung. Sollte ein Unternehmen morgen in den Verkauf von Alkohol einsteigen, wird es vom „Sharia-Board" des DJIMI und damit auch von den „Sharia-Boards" islamischer Aktienfonds verbannt werden.