| Dubai Islamic Bank |
Die ersten Experimente mit islamischen Banken wurden Mitte 1960 in Ägypten gemacht. Die Banken nannten sich damals noch nicht islamisch, versuchten aber ihre Produkte nach islamischen Regeln anzubieten. Aufgrund einer damals unklaren rechtlichen Lage gingen diese Experimente allerdings schief, auch weil sich diese Geschäfte einer zentralen staatlichen Bankenaufsicht entzogen waren. Viele private Anleger verloren damals ihr Geld, die Verantwortlichen wurden wegen Veruntreuung und Korruption vor Gericht gestellt.
Im Jahre 1975 wurde die Islamic Development Bank (IDB) gegründet, als Unterorganisation der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC). Die IDB hilft ihren Mitgliedern, rund 56 islamischen Ländern, bei der Einführung und Entwicklung islamischer Banken. Die erste private islamische Bank wurde daraufhin im selben Jahr in Dubai gegründet. Die Dubai Islamic Bank (DIB) ist damit eine der Vorreiter für Islamische Banken in der gesamten Welt. Dank der sprudelnden Gewinne aus Ölgeschäften ihrer privaten und geschäftlichen Kunden ist die DIB mittlerweile auch im großen Stile international tätig, da sie für ihre Kunden auf der Suche nach geeigneten Anlagemöglichkeiten ist.
Auch ihren privaten Kunden bietet diese islamische Bank dieselben Leistungen an, die konventionelle Banken anzubieten haben: Guthabenkonten, Mittel für Investitionen und sogar eine „islamische Kreditkarte" können die Kunden der DIB erwerben. Alle diese Geschäfte laufen ausschließlich nach islamischen Regeln. Bei der Kreditkarte werden keine Zinsen fällig. Die Bank erhebt für jedes Einkaufen mit der Karte und andere Transaktionen eine feste Gebühr beim Karteninhaber bzw. von dort, wo der Karteninhaber mit der Karte bezahlt hat.
Bei der DIB treffen wir auch auf die bereits erwähnten islamischen Vertragsmodelle. Die Vertragsmodelle kommen für unterschiedliche Zwecke zur Anwendung.
So bietet die DIB die sogenannte „Murabaha on Lands" an, bei der ein Kunde die Bank bittet, ein von ihm gewünschtes Stück Land zu erwerben. Die Bank kauft das Land im eigenen Namen, nachdem sie mit dem Kunden eine „Murabaha-Vereinbarung" abgeschlossen hat. Die Vereinbarung beinhaltet die Verpflichtung des Kunden, das von der Bank erworbene Stück Land in vereinbarten Raten und mit einem festen Gewinnaufschlag von der Bank zurück zu kaufen. Bis zur letzten Rate ist das Land Eigentum der Bank. Entsprechend der islamischen Regeln ist sie damit auch verpflichtet in dieser Zeit das volle Risiko - z.B. Zerstörung durch Erdbeben, Überschwemmung etc. - zu tragen.
Auch die bereits erwähnte Vertragsform der Musharaka bietet die DIB als "Diminishing Musharaka" an. Die "Diminishing Musharaka" ist eine gemeinsame Investition zwischen der Bank und dem Kunden, in der sowohl Gewinn als auch Risiko im Verhältnis zu den jeweiligen Anteilen geteilt werden. Hierbei kann es sich zum Beispiel darum handeln, dass der Kunde bei der „Murabaha on Lands" ein Stück Land erworben hat und nun auf diesem Land ein Geschäftshaus errichten möchte. Dazu hat er aber nicht genug Geld und bittet also die Bank, als Partner einzusteigen. Je nachdem wie viele Anteile die Bank am Geschäft erwirbt, erhält sie nun Gewinnanteile, z.B. in Form von Mieteinnahmen. Das Ziel der "Diminishing Musharaka" ist es, dass die Bank zunächst aktiv in das Geschäft mit einsteigt und sich dann schrittweise zurückzieht, indem der Kunde im Laufe der Zeit immer mehr Anteile der Bank erwirbt.
Das in der DIB stets die islamischen Regeln eingehalten werden, garantiert auch hier ein „Fatwa & Sharia Supervision Board". Die Mitglieder des Boards der DIB haben nach eigenen Angaben weitreichende Kompetenzen: Sie sollen die Vereinbarung sämtlicher Geschäfte und Transaktionen mit dem islamischen Recht überprüfen und können u.U. auch in Eigenregie Entscheidungen des Managements der Bank aufheben. Für unbekannte und neue Geschäftsformen können die Gelehrten Fatwas aussprechen, die für alle Mitglieder der Bank rechtlich bindend sind. Ihre Aufgabe ist es außerdem, regelmäßige Schulungen für das Personal der DIB zu Fragen des Islamic Banking anzubieten.


