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Glossar
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Dabka

Dabka ist ein arabischer Gesellschaftstanz, der in vielen arabischen Ländern verbreitet ist. Er wird in Reihe getanzt, die Tänzer halten sich entweder an den Händen oder umfassen die Schultern der anderen. Dabka bedeutet so viel wie "mit dem Fuß auf den Boden stampfen" und ist ein Tanz, der auf keiner Hochzeit oder auch bei anderen freudigen Anlässen fehlen darf. Die Schritte des Tanzes werden vom ersten Tänzer vorgegeben, so dass sie spontan und sehr variabel sind.

Damaskus

Damaskus (arab.: dimaschq) ist die Hauptstadt Syriens und gehört zu den wichtigsten religiösen Zentren des Nahen Ostens. Die Stadt hat nach offiziellen Angaben 1,6 Mio. Einwohner (andere Schätzungen liegen weit darüber) und gilt als älteste kontinuierlich bewohnte Stadt der Geschichte. In der durch mittelalterliche Bauten geprägten Altstadt (UNESCO-Weltkulturerbe) befindet sich die berühmte Umayyadenmoschee, die im 8. Jh. als eine der ersten und größten islamischen Moscheen entstand. Auch ist Damaskus Sitz mehrerer Bischöfe und Patriarchen.

Im 7./8. Jh. war die Stadt Zentrum des Umayyadenreiches, später diente sie den Ayyubiden und Mamluken als Residenz, 1516-1918 war sie unter türkischer Herrschaft. 1920 wurde Damaskus Hauptstadt des französischen Völkerbundsmandats Syrien, 1946 des unabhängigen Staates Syrien.

Dars-i-Nizami

Dars-i-Nizami ist ein Lehrplan, der von Mullah Nizamuddin Sihalawi (gest. 1747) in Südasien entwickelt wurde und nach dem in vielen Madrasas immer noch unterrichtet wird. Ziele des Dars-i-Nizami sind, die Einheit der muslimischen Umma zu stärken, das islamische Recht lebendig zu erhalten und die Normen des Islam zu verbreiten. Der Lehrplan besteht aus zwanzig Fächern, die in „traditionell-religiöse" und „wissenschaftlich-vernunftbezogene" eingeteilt werden. Der letztgenannte Bereich enthält die Themen Grammatik, Rhetorik, Prosa, Logik, Philosophie, Literatur, Theologie, Medizin, Koranauslegung (Tafsir), Hadith, Polemik und Recht.

Darura

Darura ("soziale Notwendigkeit") ist ein Terminus der islamischen Juriprudenz und hängt mit dem Erlauben von Gewohnheitsrecht (‘Orf) zusammen. Der Richter rechtfertigt die vor Ort gebräuchlichen Gewohnheiten oft mit sozialer Notwendigkeit: "Die Notwendigkeiten erlauben die Verbote", wie das Sprichwort besagt. Dieser Rekurs auf das allgemeine Wohl lässt sich aber nur als exceptio necessitatis, als notwendiger Ausnahme, definieren, und zwar eine Ausnahme, die an Ort und Zeit gebunden ist (s. auch Orf).

Das Grosse Spiel

Der von Rudyard Kipling geprägte Ausdruck „Great Game" (engl.: „Großes Spiel") steht für die Auseinandersetzungen zwischen England und Russland um Macht und Einfluss in Afghanistan im 19. Jahrhundert. Dabei wollte England seine Kolonialgebiete in Indien abschirmen, Russland strebte einen Zugang zum Indischen Ozean an. Heute ist im Zusammenhang mit neuen divergierenden Machtinteressen in Afghanistan oft vom „neuen großen Spiel" die Rede.

Delhi-Sultanat

Das Sultanat von Delhi ist ein Reich von muslimischen Herrschern in Nordindien. Vier Herrscher-Dynastien unterwarfen nach und nach die Gebiete zumeist hinduistischer Fürsten: erstens die Khilji Dynastie (1290-1320), zweitens die Tughluk Dynastie (1320-1413), drittens die Sayyid Dynastie (1414-1451) und zuletzt die Lodhi Dynastie (1451-1526). Das Sultanat von Delhi war sehr instabil. Schließlich setzten sich die Mogulherrscher durch.

Deobandi

Diese Madrasa wurde 1866 in Deoband im indischen Uttar Pradesh gegründet. Sie folgt der hanafitischen - einer sunnitischen - Rechtsschule, strebt die Rückkehr zu einem „reinen Islam" an So lehnt sie beispielsweise den Besuch von Gräbern ab, den sie als unislamisch ansieht.

der algerische Unabhängigkeitskampf

Von 1954 bis 1962 führte die algerische Unabhängigkeitsbewegung einen Unabhängigkeitskampf gegen Frankreich, unter dessen Kolonialherrschaft das Land seit 1830 stand. Wichtigster Akteur auf algerischer Seite waren die FLN (Front de Libération Nationale, franz.: Nationale Befreiungsfront) und ihr militärischer Arm ALN (Armée de Libération Nationale, franz.: Nationale Befreiungsarmee). Der Kampf wurde von beiden Seiten äußerst brutal geführt und forderte mehrere Hunderttausend Opfer. Am 5. Juli 1962 endete er mit der Unabhängigkeit Algeriens.

Der heilige Berg Qasiun

Der heilige Berg Qasiun: erhebt sich mit einer Höhe von 1150 Metern über NN. Er ist die Verlängerung der westsyrischen Gebirgskette. Aufgrund der historischen Ereignisse und Legenden wie die Ermordung Abels durch seinen Bruder Kain oder die Zuflucht Johannes des Täufers, die sich hier zugetragen haben, gilt der Berg, an dessen Fuß sich Damaskus erstreckt, als heilig.

Deutsche Konvertiten

Nach Schätzungen des Islam-Archiv in Soest sind in der gesamten Nachkriegszeit rund 18.000 Deutschen zum Islam konvertiert. Diese Zahl gleicht der Zahl der zum Buddhismus konvertierten Deutschen im selben Zeitraum. Für Moscheegemeinden, die sich in der Vergangenheit mit typischen Problemen von Migranten, wie fehlende Sprachkenntnisse, Unvertrautheit mit behördlichen Strukturen sowie Anforderungen des Dialogs konfrontiert sahen, spielten Konvertiten stets eine wichtige Rolle, obwohl diese letztendlich in den türkisch- und arabischsprachigen Gemeinden Außenseiter blieben. Eine Reihe Initiativen, wie Das Haus des Islam (Lützelbach), Das Islam-Archiv (Soest) oder Die Islamische Zeitung (Potsdam) sorgen für die spezifischen Bedürfnisse der Konvertiten, wie religiöse Unterweisung in deutscher Sprache sowie die Übersetzungen der wichtigsten Werke muslimischer Gelehrsamkeit. Seit 2009 die s.g. „Sauerland-Terroristen“ gefasst wurden, standen deutsche Konvertiten vorübergehend unter Generalverdacht, den Terrorismus zu unterstützen.

Dhimmi

Dhimmi sind monotheistische Nichtmuslime. Sie werden auch Kitabi (Besitzer eines heiligen Buches) genannt. Unter diese Kategorie gehören Christen, Juden, Zoroastrier und die Sabier. Im Islamischen Recht wird der Begriff „Dhimmi" für Nichtmuslime benutzt, die nach islamischem Recht im muslimischen Territorium geduldet sind und die gegen Bezahlung einer Kopfsteuer den Schutz des muslimischen Staates genießen.

Diaspora

Diaspora kommt von dem griechischen Wort für „Verstreuen“. Der Begriff bezieht sich auf Menschen, die sich einem bestimmten Kulturkreis, einer Religion, Nation, Region oder Ethnie zugehörig fühlen, aber – oft unfreiwillig – in verschiedenen Gebieten „verstreut“ leben. Ihr Gefühl der Verbundenheit drücken sie durch bestimmte Praktiken, Ideen und Austauschprozesse aus. Der Begriff verbreitete sich vor allem im Zusammenhang mit der jüdischen Diaspora seit dem 6. Jahrhundert.

Die rechtgeleiteten Kalifen

Der Prophet Mohammed hatte vor seinem Tode keinen Nachfolger benannt, sondern lediglich ausgesagt, dass der jeweils Gläubigste in der Gemeinde fortan im Gebet vorgehen solle. Nach seinem Tode (632 n. Chr.) regierten darum zunächst die vier s.g. „rechtgeleiteten Kalifen", besonders gläubige Männer, die von der (männlichen) Gemeinde, der Umma, gewählt wurden. In traditionalistischen und islamistischen Kreisen wird diese Periode als die goldene Zeit betrachtet, der es gilt nachzueifern und somit zu ihr „zurückzukehren". Diese Kalifen dehnten ihre Einflusssphäre aus, indem sie ein ausgedehntes Gebiet zwischen dem Atlantik und dem Indus eroberten und damit das erste islamische Reich gründeten.
Insgesamt gab es vier Führer. Der erste war der Mohammeds' Schwiegervater Abu Bakr, der allerdings schon hochbetagt war und nach zwei Jahren verstarb (632- 634 n. Chr.). Der zweite hieß Omar Ibn al-Chattab. Er eroberte während seiner Regierungszeit (634-644) die Gebiete des heutigen Ägyptens, Palästinas, Syriens und des Irak und schloss die ersten Verträge mit den dort ansässigen Christen ab. Uthman Ibn Affan (644-656 n. Chr.) war der dritte Kalif und ein Schwiegersohn Mohammeds'. Ihm gelang es, das Reich bis nach Indien auszudehnen. Der Kampf um seine Nachfolge lähmte schließlich das Reich, denn die folgende Ernennung Alis zum vierten Kalifen spaltete die Gesellschaft. Ebenfalls ein Schwiegersohn des Propheten und Vater von Husain und Hasan, der einzigen leiblichen Nachkommen Mohammeds, genoss Ali durchaus hohes Ansehen. Er wird als tapferer, aufrichtiger Mann beschrieben, als Diplomat und Feldherr war er aber glücklos. Er verwickelte sich in unübersichtliche Kämpfe und wurde schließlich von seinen Gegner 661 vor der Moschee von Kufa ermordet.

DITIB

DITIB ist die Abkürzung für den größten Dachverband türkisch stämmiger Muslime in Deutschland: Diyanet Isleri Türk Islam Birligi - Türkisch Islamische Union der Anstalt für Religion. Der Verband ist seit 1984 bundesweit aktiv und umfasst heute ungefähr 900 Moscheegemeinden. Die Verwaltungszentrale befindet sich in Köln. Bis heute ist die DITIB eng mit dem türkischen Staat bzw. der türkischen Religionsbehörde verbunden. Die Imame – Vorbeter und Prediger – die in den DITIB-Moscheen arbeiten, werden von der türkischen Religionsbehörde nach Deutschland entsandt.

Djenaza

Djenaza bedeutet an erster Stelle „Das Begräbnis“. An zweiter Stelle steht es für das Totengebet, das der Geistliche, vor der Bahre stehend, spricht, bevor der Leichnam zum Grabe getragen wird. Al Bukhari, einer jener muslimischen Gelehrten, der im 8. Jh. die mündliche Tradition kritisch sichtete, stellte das Kitab al-Djenaza, das Begräbnisbuch zusammen. Es enthält Festlegungen für den Umgang mit Sterben, Begraben und Trauer und gilt bis heute als Leitfaden für den ‚richtigen’ Umgang mit dem Tod.

Drusen

Die Drusen sind Anhänger einer schiitischen Sekte des Islam, die gelegentlich sogar als eigenständige religiös-ethnische Gemeinschaft ohne Beziehung zum Islam angesehen wird. Die arabisch sprechenden Drusen leben heute vorwiegend im Süden Syriens und des Libanons, Nordisraels und Jordaniens. Bestimmend ist der Glaube an die Inkarnation göttlicher Prinzipien wie der Weltseele und Weltvernunft. Die Drusen besitzen eine eigene Heilslehre. Die Gemeinschaft ist in Eingeweihte und Laien unterteilt. Die Laien haben kein religiöses Wissen und kultische Pflichten, können aber in den Kreis der Eingeweihten durch Ablegen eines Gelübdes aufgenommen werden.

Die Drusen haben besonders im Gebiet des heutigen Libanons und Syriens eine wichtige Rolle gespielt, als sie sich gegen die Herrschaft der Osmanen im 19. Jahrhundert auflehnten und immer wieder versuchten ihre Unabhängigkeit zu bewahren. Im libanesischen Bürgerkrieg in den 1970er Jahren kämpften sie auf Seiten muslimischer Milizen. Heute sind die Drusen im libanesischen Parlament vertreten.

Dschahiliyya

Der Begriff Dschahiliyya taucht erstmals in der islamischen Ära bzw. im Koran auf. Etymologisch, bedeutet Dschahiliyya die Unwissenheit. Der Begriff hat mindestens zwei Bedeutungen:
1. bezeichnet er eine historische Epoche: die vorislamische Ära.
2. hat er eine semantische bzw. religiöse Bedeutung: Dschahiliyya bedeutet Immoralität, Polytheismus und Unmenschlichkeit, die mit dieser historischen Epoche verknüpft werden. Der Begriff wird genutzt, um die Vorteile des Islam, im Gegensatz zum „Nichtislam" (Kufr) aufzuzeigen. Im 20. Jahrhundert findet das Wort Dschahiliyya Beliebtheit bei islamischen Bewegungen, die es als Beschreibung für die moderne Gesellschaft verwenden.
Nichtsdestotrotz, und im Gegensatz zu seinem religiösen Sinn, hat Dschahiliyya in der Sprach- und Literaturwissenschaft eine positive Bedeutung. Die vorislamische Epoche ist die Zeit, in der die besten Poeten und die reinste Sprache der Araber zu finden sind.

Dschihad

Dschihad stammt vom arabischen Verb für "sich einsetzen" ab und bedeutet „Anstrengung, Einsatz" und nicht wie heute oft fälschlicherweise verbreitet "heiliger Krieg". Im Koran erscheint das Wort mehrmals in der Formulierung "Einsatz auf dem Weg Gottes", was den Muslimen als gottgefällige Tat empfohlen wird. Welcher Art der Einsatz sein soll, bleibt im Koran offen. Die Stellen, in denen der Begriff jedoch auftaucht, beziehen sich oft auf den Kampf gegen die heidnischen Mekkanern, die Mohammed feindlich gegenüberstanden.  Der Theologe al-Gazzali (1058-1111) ging schließlich von einer zweifachen Bedeutung des Begriffs aus. Zum einen sprach er vom "kleinen Dschihad" als militärischen Einsatz und zum anderen vom "großen Dschihad" als Kampf gegen die eigene Triebseele, die weitaus verdienstvoller als erstere sei. Diese Zweiteilung hat sich in der Theologie bis heute erhalten. Inzwischen hat der Begriff im Sprachgebrauch unterschiedliche Bedeutungen erhalten. Islamistische Bewegungen sehen darin die kriegerische und gewalttätige Verteidigung von Muslimen und benutzen das Wort, um ihre Aktivitäten religiös zu legitimieren. In muslimisch geprägten Ländern spricht man aber beispielsweise von Dschihad, wenn man Entwicklungsmaßnahmen wie Kampf gegen Armut oder Analphabetentum meint.

 

Dschilbab

Dschilbab (arab.) „Gewand", „Überwurf". Eines jener Kleidungsstücke, das im Koran (Sure 33, Vers 59) in Zusammenhang mit dem Gebot der Verschleierung genannt wird. Ursprüngliche Form, Farbe und Funktion des Dschilbab sind nicht überliefert. Heute ist es häufig die Bezeichnung für einen langen, den Körper verhüllenden Mantel.

Dschinn

Dschinn oder Dschinni ist das arabische Wort für Geist oder Dämon. Laut dem Koran stehen Dschinne zwischen Menschen und Engeln (Sure 72, 1-19) und wurden von Gott aus Feuer erschaffen. Auch Satan (arabisch: Iblis) ist ein Dschinn, der sich jedoch geweigert hat, sich auf Befehl Gottes vor dem Menschen niederzuwerfen. Seine Nachfahren gelten deshalb als ungläubig, während gläubige Dschinne ins Paradies gelangen. Dschinne haben die Fähigkeit, Menschen zu beeinflussen oder von ihnen Besitz ergreifen. Sie können verschiedene Gestalten annehmen: Skorpione, Schlangen, Winde, Menschen etc.. Sie leben in Brunnen, Gräbern und Gemäuern sowie in eigenen Welten auf dem Meeresgrund, auf nicht lokalisierbaren Inseln oder beim imaginären Berg Kaf. Herr der Dschinnen ist der König Salomon, den Gott dazu bestimmt hat.

Dupatta

Die dupatta ist ein langer Schal, der entweder um den Hals geschlungen oder als Kopfbedeckung getragen wird.