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Ibn al-Qalansi

Ibn al-Qalansi oder Ibn al-Qalanisi bedeutet „Sohn eines Filzmützenherstellers“. Ibn al-Qalansi wurde 1073 in Damaskus geboren und galt Zeit seines Lebens als einer der wichtigsten arabischen Chronisten des ersten Kreuzzugs. Alle späteren arabischen Historiker greifen auf seine Schriften zurück. Über die Eroberung von Jerusalem 1098 bemerkte er nüchtern: „Eine Menge Einwohner floh in das Heiligtum von David, und eine große Masse wurde getötet“. Ibn Al-Qalansi gab den Kontinenten und Völkern, die er beschrieb, die arabischen Namen, die bis heute noch im Gebrauch sind.  Über das Volk der Almanium („Deutsche“) sagte er, dass es „das Zäheste aller Frankenvölker“ und „bisweilen stur“ sei.

Ibn Athir

Ibn Athir (1160-1233), Historiker und Geograph, war der erste arabische Chronist, der das Phänomen der Kreuzzüge mit der Reconquista in Spanien in Verbindung brachte und beides als Gegenangriffe der westlichen Christen gegen den „Islam“ interpretierte. Sein Hauptwerk, Kamil al Tawarich, „die vollständige Geschichte“, beschreibt die arabisch-islamische Welt von der Zeit des Propheten Muhammed bis zum Jahr 1231.

Ibn Battuta

Ibn Battuta war ein marokkanischer Geograph mit amazighischem Hintergrund (geb. 24. Februar 1304 in Tanger/Marokko; gest. 1368 oder 1377). Seine Reiseliteratur, insbesondere sein Werk riḥla war für die arabische Welt von besonderer Bedeutung für die Rezeption Afrikas und Asiens.

Ibn Jubair

Ibn Jubair: war ein andalusischer Geograf, Reisender und Dichter, dessen vollständiger Name Abu-l-Hussain Muhammad ibn Ahmad ibn Jubair al-Kenani lautete. Er wurde 1145 in Valencia geboren und starb 1217 in Alexandria, Kairo. In Granada studierte er den Koran und die Hadithe, Recht und Literatur und wurde später Angestellter des Gouverneurs von Granada. Er unternahm zahlreiche Reisen in die arabische Welt, unter anderem, eine Pilgerreise nach Mekka und Reisen nach Syrien, Ägypten und in den Irak. Durch seine Tagebuchaufzeichnungen über seine Reise gilt er als der Begründer von Erlebnisberichten in Tagebuchform.

Ibn Wasil

Ibn Wasil wurde 1208 als Sohn eines Richters in Hama (Syrien) geboren und war Historiker, Richter und Lehrer für schafiitisches Recht. Seine Erziehung und Ausbildung erhielt er in Jerusalem, Damaskus und Aleppo. Nach verschiedenen Reisen, u.a. nach Sizilien und Süditalien, wurde er in seiner Heimatstadt zum Richter benannt. Er schrieb drei umfangreiche Geschichtswerke, darunter eine Universalgeschichte und eine Geschichte über die Ayyubiden („Der Zerstreuer der Ängste: Nachrichten über die Ayyubiden“). Ibn Wasils Werk ist eine der wichtigsten Quellen über die Ereignisse in Jerusalem und den übrigen Kreuzfahrerstaaten.

Ifrit

Der Ifrit ist eine Art von Dschinnen - ein geflügeltes Dämonenwesen, das nach arabischen Erzählungen magische Kräfte besitzt. Ifriten können männlich oder weiblich sein und sind nicht grundsätzlich böse. Sie sind nachts aktiv und schlummern tagsüber in Brunnen, Gräbern und Gemäuern. Der König Salomon bestrafte diejenigen Ifrite, die sich dem Dienst an Gott nicht unterwerfen wollten. Er ließ sie deshalb in Krüge einsperren, die mit einem bleiernen Siegel verschlossen waren, auf denen der Name Gottes eingraviert war.

Imad Ad-Din

Imad Ad-Din wurde 1125 in Isfahan geboren und ist einer der berühmtesten Dichter, Historiker und Diplomaten seiner Zeit. Als junger Mann studierte er Theologie, Recht und Literatur in Isfahan; später war er am Hof von Bagdad als Hofdichter und Steuerbevollmächtigter tätig. In Damaskus bekam er die ehrenvollen Ämter des Geheimschreibers, Finanzrats und Diplomaten übertragen. Imad Ad-Din starb 1201 in Damaskus, wurde aber auf dem Sufi-Friedhof in Isfahan beigesetzt. Er hinterließ der Nachwelt sechs Bücher, darunter das Fath, die Chronik der Unternehmungen Saladins im langwierigen Kampf gegen die Kreuzfahrer.

Imam

Imam (arab.) „Vorbeter", „Führer". Ein Imam geht der Gemeinde im Gebet voran. In den Fußspuren des Propheten Muhammed gilt er ihr als Vorbild und Führer und er ist Erster unter Gleichen. Die klassische Ausbildung umfasst Arabischkenntnisse und Grammatik; das Auswendiglernen des Korans und die Kunst der Rezitation, Kenntnis der Korankommentare und der Theologie sowie die Kunst der Rhetorik und Predigt. Im schiitischen Islam kommen noch Kenntnisse von und Erfahrungen mit der Mystik hinzu. Moderne Ausbildungen haben inzwischen auch Religionswissenschaft, Soziologie und Seelsorge zum Fächerpaket hinzugefügt. In den meisten islamischen Ländern konnten Frauen die Ausbildung zwar absolvieren, mussten sich aber bislang mit dem niedrigeren Abschluss als Religionslehrerin zufrieden geben. Nur in China steht seit dem 18. Jahrhundert das Amt auch Frauen offen. In New York ist seit einigen Jahren Amina Wadud als erster sunnitischer weiblicher Imam installiert worden. In Hamburg hat Halima Krausen die Stellung in einer schiitischen Gemeinde inne.

Imamiten

Die Hauptrichtung der Schia ist die s.g. „Zwölfer Schia". Sie beinhaltet den Glauben an zwölf Imame, die sich einst, am Anfang der islamischen Tradition, in der Erbfolge abwechselten und deren Gründer und erster Imam Ali gewesen ist. Vom zwölften und letzten Imam nehmen die Schiiten an, dass er im Himmel aufgenommen wurde und am Ende der Zeiten wiederkommen wird. Die Genealogie der zwölf Imame hat das Amt des Imams in der schiitischen Tradition als ein ererbtes Amt begründet.

Indira Gandhi

Indira Gandhi war die bislang einzige weibliche Premierministerin Indiens und entstammte einer einflussreichen Dynastie von Freiheitskämpfern und Politikern. Nach einigen Ämtern als Ministerin wurde sie schließlich von 1966 bis 1977 und von 1980 bis 1984 Premierministerin. 1984 wurde Indira Gandhi von ihrer Leibwache, die aus Mitgliedern der Religion der Sikhs bestand, ermordet.

Iqra

Iqra (arab.) „Sprich!". Eröffnung und direkte Anrede vieler Koranverse. Hier der Name des pan-arabischen, religiösen Satellitensenders Iqra TV mit Sitz in Saudi-Arabien.

Islamische Revolution

Die von geistlichen Führern unterstützte Revolution im Iran 1979 beendete die westlich orientierte, autoritäre Herrschaft des letzten Schahs von Persien, Mohammad Reza Pahlavi. Neues Machtoberhaupt und „Revolutionsführer“ wurde der Geistliche Ayatollah Chomeini, der im April 1979 die Islamische Republik Iran ausrief. In der Folge entwickelten die neuen Machthaber in Iran eine zunehmend repressive, fundamentalistische Politik.

Islamismus

„Islamismus" steht für ein modernes Verständnis von „Islam" als politischer Ideologie. Der Begriff ist weder mit „Islam" als Religion noch mit der akademischen Disziplin „Islamwissenschaft" gleichzusetzen. Islamistische Bewegungen zeichnen sich durch eine buchstabengetreue Lesart des Korans, die Interpretation des Islam als alle Lebensbereiche umfassendes System und das politische Streben nach einer religiös homogenen, dem Willen Gottes unterworfenen Gesellschaft aus. „Islamismus" bezeichnet dabei allerdings keine einheitliche Ideologie. Es existieren zahlreiche Bewegungen, die sich bspw. in sunnitische und schiitische oder aber gewaltbereite und nicht-gewaltbereite Gruppierungen unterscheiden lassen.

Islamrat von Europa

Der Islamrat von Europa wurde 1973 von muslimischen Intellektuellen und Politikern gegründet, um muslimische Positionen zu aktuellen Herausforderungen in Europa zu formulieren und artikulieren.

Islam und Ideologie

Was bei der Betrachtung des „Islamismus" keinesfalls aus den Augen verloren werden darf, ist, dass dieser sich fundamental von „Islam" unterscheidet. Die Religion des Islam ist nicht mit der Ideologie des Islamismus gleichzusetzen. Nicht jeder Anhänger des Islam ist ein Fundamentalist und nicht jeder Fundamentalist ist ein Anhänger des Islam. Der Islamismus ist vielmehr die Umwandlung der Religion des Islam in eine Ideologie. Der Journalist Arnold Hottinger erklärt in seinem Buch Islamischer Fundamentalismus (Paderborn: Schöningh, 1993) dieses Verhältnis so: „Religion betrifft in erster Linie das Verhältnis des einzelnen oder auch einer Gemeinschaft zu Gott. Eine Ideologie ist ein Ideengebäude, von dem seine Propagatoren und Anhänger erwarten, dass es ihre Gemeinschaft zum besseren und erfolgreicheren Leben auf dieser Erde verhelfe."
Islamismus ist zudem keineswegs eine homogene Bewegung. Zwar prägt seit den Terroranschlägen des 11. September 2001 in den USA, und in der Folge auf Bali (2002), in Madrid (2003) und London (2005), besonders die militante Spielart das Image des Islamismus im Westen. Allerdings ist es unumgänglich, zum einen zwischen sunnitischen und schiitischen Bewegungen, zum anderen zwischen gewaltbereiten und nicht-gewalttätigen Gruppierungen zu differenzieren.

Islamwissenschaften

Die Islamwissenschaft ist von ihrem Ursprung her eine Philologie, d.h. sie nutzt philologische Methoden, um islambezogene Texte im weitesten Sinne - ob nun religiöse oder politische, höfische, historische oder naturwissenschaftliche, poetische oder Prosaliteratur - zu untersuchen. Zudem hat sie die Aufgabe der religionswissenschaftlichen Betrachtung des Islam. Neben dem religiösen und philologischen Aspekt, umfasst diese Disziplin auch die Untersuchung der Geschichte und der kulturellen Ausgestaltungen der islamischen Welt.

Islamwissenschaftler

Die Islamwissenschaft ist von ihrem Ursprung her eine Philologie, d.h. sie nutzt philologische Methoden, um islambezogene Texte im weitesten Sinne - ob nun religiöse oder politische, höfische, historische oder naturwissenschaftliche, poetische oder Prosaliteratur - zu untersuchen. Zudem hat sie die Aufgabe der religionswissenschaftlichen Betrachtung des Islam. Neben dem religiösen und philologischen Aspekt, umfasst diese Disziplin auch die Untersuchung der Geschichte und der kulturellen Ausgestaltungen der islamischen Welt.

Ismaelitische Schia

Die Ismaelitische Schia ist die zweitgrößte Schia-Gemeinde nach der Gemeinde der Imamiten (ZwölferSchiiten). Sie wurde nach Ismail, dem Sohn des sechsten schiitischen Imams Jafar Sadiq benannt. In der islamischen Geschichte trug besonders die mächtige Dynastie der Fatimiden zur Verbreitung der ismaelitischen Lehre bei. Obwohl heute die meisten Ismailiten in Südasien leben, gibt es auch in vielen muslimischen und westlichen Ländern Anhänger dieser Gemeinde.

Ismet özel

Ismet Özel ist ein populärer türkischer Dichter, Philosoph und islamischer Denker. In den 1960er und den frühen 1970er Jahren wurde er als sozialistischer Intellektueller bekannt, wendete sich dann aber islamischem Denken zu.