| Glossar |
OIC
Organisation der Islamischen Konferenz
Die Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) gründete sich in Folge des Junikrieges von 1967. Die Besetzung Jerusalems und der West Bank durch die israelische Armee bewegte Saudi-Arabien eine Konferenz der islamischen Staaten ins Leben zu rufen, die erstmals 1969 in der Hauptstadt Marokkos, Rabat, stattfand. Die OIC ist eine politische Interessenvertretung islamischer Staaten, der heute 56 Mitgliedsländer angehören (drei weitere Staaten besitzen Beobachterstatus).
One-way-mirror
One-way-mirror ein halbdurchlässiger Spiegel, der auf einer Seite verspiegelt ist, auf der anderen durchsichtig; wird zum Beispiel zum unbemerkten Beobachten von Verhörsituationen oder in wissenschaftlichen Experimenten verwendet.
orf
"Gewohnheitsrecht", ist einen Terminus der islamischen Juriprudenz. Bei ‘Orf handelt es um Gewohnheiten der örtlichen Bevölkerung, die keinen islamischen Ursprung haben, aber dennoch einen Recht beanspruchen, auch wenn sie der religiösen Regel widersprechen. Man könnte auch sagen: die religiöse Regel ist Theorie, ‘Orf ist, was tatsächlich gemacht wird. Ibn Zikri, ein früher Kommentator, beurteilte die Spannung zwischen religiöser Regel und tatsächlicher Praxis folgendermaßen: "(..) man solle sich in allem nach dem 'orf entscheiden, was nicht Objekt einer positiven Vorschrift, nass, ist" (s. auch: Darura)
Orient
Der Orient, das Land des Ostens, in dem die Sonne aufgeht, steht als Gegenentwurf zum Okzident, dem Land des Westens, in dem die Sonne untergeht. Diese Aufteilung der Welt in Orient und Okzident (Morgenland und Abendland) entspringt jener europäischen Vorstellung, die zwischen dem vermeintlich Eigenen (Okzident) und dem vermeintlich Fremden (Orient) zu unterscheiden sucht. Folglich wurden mit Orient in der Regel jene fremden, unbekannten Gegenden östlich Europas bezeichnet.
Wo aber liegt dieser fremde Orient? Wo beginnt er und wo hört er auf? Die Vorstellung dessen, was der Orient ist, wandelt sich beständig: In der römischen Antike bezeichnete oriens die östliche Hälfte des Römischen Reiches. In den Vorstellungen des 18. und 19. Jahrhunderts, also zu Zeiten des europäischen Kolonialismus, umfasste der Orient all jene Gebiete, die sich zwischen Marokko und Japan befinden; das heißt der Orient umschloss nicht nur die arabische, persische und türkische Welt, sondern auch die indische, chinesische, japanische und viele mehr. Heute sind mit Orient meist die islamisch geprägten Länder Nordafrikas und des Nahen Ostens gemeint; wobei die bevölkerungsreichsten muslimischen Staaten Süd- und Südostasiens (Indonesien, Pakistan, Bangladesh etc.) nicht in diese Kategorie fallen.
Osama bin Laden
Osama bin Laden, 1957 im saudi-arabischen Riad als Sohn eines reichen Bauunternehmers geboren, gilt als Begründer des islamistischen Terrornetzwerkes al-Qaida und zugleich als Hauptverantwortlicher für die verheerenden Anschläge auf das New Yorker World Trade Centre am 11. September 2001. Bereits zu Beginn der 80er Jahre hatte sich Bin Laden im Widerstand gegen die sowjetische Besatzung Afghanistans (1979-1989) einen Namen gemacht. Im Auftrag der saudischen Regierung organisierte er Geld, Waffen und Freiwillige für den afghanischen Widerstand. Nachdem er im zweiten Golfkrieg (1990/91) wegen seiner Kritik an der saudischen Führung über die Stationierung amerikanischer Truppen auf der arabischen Halbinsel in Ungnade gefallen war, begab er sich zunächst in den Sudan und im Jahr 1996 erneut nach Afghanistan. Vor Ort unterstützte er die islamistische Taliban Bewegung, arbeitete aber zugleich am Aufbau einer eigenen Organisation. In den vergangenen Jahren gelangten immer wieder Meldungen über den Tod Bin Ladens an die Öffentlichkeit. Diese konnten bislang allerdings nicht offiziell bestätigt werden.
Osmanisches Reich
Die Osmanen waren seldschukische Türken, die 1071 Teile der späteren Türkei auf den Byzantiner eroberten. 1452 eroberten sie Konstantinopel. Mit diesem Schritt lösten die Osmanen das Byzantinische Reich ab und stieg nun das Osmanische Reich zur Weltmacht auf. In seiner größten Ausbreitung erstreckte es sich von Ungarn bis nach Marokko. Das Osmanische Reich war ein Vielvölkerstaat mit vielschichtigen kulturellen und religiösen Traditionen. Sein tolerantes Verständnis der islamischen Tradition gründete auf der hanefitischen (sunnitischen) Rechtsschule und förderte den Sufismus. Die größte religiöse Minderheit, die Aleviten, wurden jedoch verfolgt und unterdrückt. 1922, als Atatürk das Reich abschaffte und die türkische Republik gründete, bestand 30% der Bevölkerung aus religiösen Minderheiten, vor allem Christen und Juden.
