| Glossar |
Palmyra
Palmyra / Tadmour (Tadmour = aramäisch, bedeutet Palmenstadt): liegt in der syrischen Wüste, eingebettet in ein Felsmassiv. Die Oase wird von zwei Flüssen genährt. Früher hatte die Stadt eine große Bedeutung, da sie an der Karawanenstraße von Damaskus zum Euphrat lag. Einst war die Stadt römische Provinz, wobei sie durch die Politik des Statthalters Septimus Odaenathus faktisch unabhängig von Rom war. Seine Frau Zenobia wollte diese Politik weiterführen und die Vorherrschaft auf ganz Syrien ausweiten. Unter dem Namen König Zenobia ging sie in die Geschichte ein. Allerdings hatte ihre Macht und die Blüte der Stadt ein baldiges Ende. Die Stadt Palmyra/Tadmour wurde wieder römische Provinz.
Parsen
Die Parsen (Englisch auch: Parsis oder Parsees) sind Angehörige der Religion des Zoroatrismus. Ihr Name bedeutet „Perser", und dort haben die Parsen auch ihre Wurzeln. Der Legende nach flohen sie im 8. Jahrhundert wegen der Islamisierung Persiens nach Indien, wo sie sich dauerhaft niederließen. Die Parsen bewahren sich politische und religiöse Neutralität, weshalb sie als Minderheit in Indien niemals verfolgt wurden. Die Parsen bilden eine nach außen hin abgeschlossene Religion und heiraten auch nur innerhalb ihrer eigenen Gemeinschaft.
Patriarchen-Stuhl
"Der Titel 'Patriarch' bezeichnet noch heute die geistlichen Oberhäupter der orthodoxen Kirchen des Ostens. Die Funktion der Patriarchen entspricht der des Papstes in der römisch-katholischen Kirche. Zu Zeiten des Konzils von Chalkedon (451) existierten fünf christliche Patriarchen: der Patriarch von Rom (der heutige Papst), der Patriarch von Konstantinopel, der Patriarch von Alexandria, der Partriarch von Antiochia und der Patriarch von Jerusalem."
Paulus von Tarsus
Paulus von Tarsus: anders als das heute bekannte Sprichwort erahnen lässt, hat Saulus seinen Namen nicht erst nach der Bekehrung und Taufe bekommen, sondern hatte er beide Namen schon von Kindheit an, wobei Saulus hebräisch ist und auf den ersten israelitischen König anspielt, Paulus griechisch ist und klein bedeutet, was auf den israelitischen Stamm seiner Vorfahren anspielt. Als Pharisäer verfolgte er zunächst bis zu seiner Bekehrung in Damaskus seine Pflichten, die unter anderem in der Christenverfolgung bestanden. Ananias folgt seiner Gottesvision und fängt Saulus vor den Toren Damaskus` ab, um ihm die Hände aufzulegen und ihm somit seine Blindheit zu nehmen. Dieses Ereignis soll der Legende nach die Bekehrung Saulus` ausgelöst haben, der daraufhin vom Christenverfolger zum christlichen Missionar wurde.
Philippe Sylvestre Dufour
Philippe Sylvestre Dufour war Apotheker in Lyon. Im Jahr 1671 veröffentlichte er ein Buch mit dem Originaltitel De l'Usage du Café, du Thé et du Chocolat. Dialogue entre un médecin, un Indien, et un bourgeois. Das ist kein Reisebericht, sondern eines der ersten maßgebenden Werke über Koffein und Gesundheit, das auch die Getränke Kaffee, Tee und Schokolade behandelt. In dem wahrscheinlich am häufigsten zitierten Buch des siebzehnten Jahrhunderts werden die herausragenden Eigenschaften koffeinhaltiger Getränke angepriesen. Das Buch illustriert, wie Dufour durch seine Reisen nach Istanbul der Wirkung des Koffeins bei regelmäßigem Kaffeekonsum auf den Grund ging.
Pir
Persisch: „Alter Mann". Ein Pir ist ein Heiliger; Pir heißen auch die Gründer einer Reihe türkischer und persischer Orden. In der Vergangenheit waren es ländlich geprägte Gottesmänner, die die Interessen des Volkes gegenüber der Zentralmacht vertraten. Sie waren eher schiitisch und persisch orientiert und gaben der Verweigerung, sich der osmanischen Zentralgewalt und den städtischen Gepflogenheiten anzupassen. Pir Sultan Abdal zum Beispiel wehrte sich im 16. Jh. gegen die Durchsetzung des sunnitischen Rechts-Islams in Anatolien. Er wurde Zielscheibe brutaler Repressionen, für seine Anhänger ein Heiliger, und schließlich Gründer des Bektashi-Ordens. Auch Pir Hadschi Bektasch wehrte sich gegen Übergriffe der osmanischen Zentralmacht und stiftete die Gemeinschaft der Aleviten. Heute ist ein Pir ein Lehrer auf dem mystischen Pfad. Manche Vorsteher der alevitischen Gemeinden tragen „Pir" als Ehrentitel.
Politischer Extremismus
Politischer Extremismus zielt in der Regel auf die Errichtung oder Bewahrung einer wie auch immer gearteten Diktatur. Trotz ihrer ideologischen Unterschiede weisen extremistische Strömungen (Links- und Rechtsextremismus, religiöser Extremismus) bestimmte Gemeinsamkeiten auf. Politischer Extremismus ist dadurch charakterisiert, dass seine Anhänger den demokratischen Verfassungsstaat ablehnen und beabsichtigen, diesen zu beseitigen. Alle Extremisten, unabhängig von ihrer Ausprägung, glauben an die Möglichkeit eine homogene Gemeinschaft zu schaffen, in der die ideologischen Vorstellungen des Regierenden mit denen der Regierten identisch sind. Ihr Gesellschaftsbild ist deshalb klar antipluralistisch geprägt, gesellschaftliche Teilinteressen haben keinen Bestand. Der Glaube das wahre und vorgegebene Gemeinwohl erkannt zu haben und nun im Besitz der absoluten Wahrheit zu sein, geht mit einem Weltbild einher, das von Freund-Feind-Stereotypen geprägt ist. Dieser Glaube wird häufig von einem Missionsbewusstsein begleitet. Beispiele hierfür finden sich im revolutionären Frankreich des späten 18. Jahrhunderts ebenso wie in faschistischen oder kommunistischen Gesellschaften; auch islamistische Ideologen erfüllen diese Kriterien.
